Ich hatte die letzten Tage keine lazy days in Delhi sondern bin in den hohen Norden nach Leh geflogen.
Wer schon mal in Leh war, wird sich jetzt fragen, was man um diese Zeit denn dort sucht. Ich habe eigentlich meine Reise extra Anfang September angesetzt damit ich nicht zu spaet in Leh bzw. Ladakh bin. Aber aus irgendwelche Gruenden bin ich bis jetzt nicht nach Leh gekommen...
Deshalb hatte ich die Idee jetzt noch schnell wieder nach Ladakh fuer 3 Tage zu fliegen.
Leh, die Touristenstadt in Ladakh schlechthin, liegt auf 3500 Meter Hoehe mitten im Industal umgeben von Bergen.
Jetzt, Ende Oktober, ist Leh, die eigentlich vom Tourismus lebt, wie eine Geisterstadt. Fast alle Shops & Restaurants sind geschlossen und es war schwer eine Bleibe zu finden. Es gibt Wasser nur aus Kuebeln, und Warmwasser gibts eigentlich nicht. Die Hauptsaison in Leh ist im Juli und August, weil es dann am waermsten ist.
Aber gerade das machte es interessant. Es herrschte eine eigenartige, aber absolut positive, Stimmung. Es waren nur sehr wenige Touristen hier. Obwohl in Ladakh fast ganzes Jahr die strahlend blauer Himmel ist, wird es im Herbst und Winter saukalt. In der Nacht fallen die Temperaturen so stark, dass ich fast nicht schlafen konnte. Waehrend des Tages ist es jedoch echt angenehm in der Sonne.
Am ersten Tag kam ich in ein Gespreach mit einem Einheimischen und er erzaehlte mir, dass in Leh gerade ein Filmteam aus Frankreich hier ist. Sie drehten einen Film ueber tibetanischen Nomanden und er ist gemeinsam mit einem jungen Maedchen der Hauptdarsteller. Weil sie in Tibet keine Genehmigung fuer den Dreh bekommen haben, drehten sie den Film nun in Ladakh.
Ich habe dann das Filmteam getroffen und kurz beim Dreh zugeschaut. Leider drehten sie zum diesen Tag keine eigentliche Szene sondern nur das Interview mit ihm.
Der Film heisst "Child of Yak" und kommt naechstes Jahr Maerz ins franzoesiche Fernsehen, und es ist sehr wahrscheinlich dass der Film auch auf Arte gespielt wird.
Ich habe die Chance genutzt und mir fuer 2 Tage ein Motorrad ausgeborgt, und ich sags euch es ist so laessig durch den Himalya zu fahren und die kleinsten Doerfer hier abzufahren und immer Ausschau auf buddhistischen Kloster zu halten. Obwohl ich eigentlich keine Erfahrung mit Motorradfahren habe, gings echt gut und die Strassen rund um Leh sind echt super. Es wollte mich einmal sogar die Polizei aufhalten, jedoch hatte ich weder Reisepass (musste ich dem Verleiher abgeben) bzw. geschweige denn einen Fuehrerschein dabei. Bin durch die Kontrolle einfach durchgefahren, weil ich wusste wenn ich stehenbleibe wuerde, bin ich wahrscheinlich einiges an (Schmier)geld los. Frechheit siegt!!!
Auf den Strassen ist fast kein Verkehr, man muss eigentlich nur auf Schlagloecher aufpassen. Hat man sich auf das eingestellt ist man jedoch der King on the Road. Hatte die ganze Zeit "Born to be wild" im Ohr und habe die Serpentinnen wie ein Profi gemeistert. "Ah, ein Strasse fuehrt vom Weg ab" und schon war ich dort...
Ich bin alle Doerfer rund um Leh abgefahren und habe mir dort das jeweilige Kloster angesehen und natuerlich geknippst wie ein Wahnsinniger. Also wer zumindest jetzt kein Fernweh bekommt, der ist einfach neidisch ;)! Ich glaub zuhause muss ich sofort den A Fuehrerschein machen.
Ich habe sehr nette und interessante Leute hier oben getroffen und bin froh gerade jetzt hier gewesen zu sein. Leh besteht eigentlich nur aus Hotels und Gaestehaeusern und ich will mir gar nicht vorstellen wies hier in der Hauptsaison zugeht.
Meine beruehmt beruechtigte Frage, "Was tut ihr hier im Winter eigentlich wenn die Temperaturen auf -30, -40 sinken" wurde wieder mit "Nichts" beantwortet. Unvorstellbar wirklich nichts zu tun, ausser vielleicht zu frieren. Aber ganz kauf ich ihnen das nicht ab.
Ich habe jedoch im Lonely Planet gelesen dass gerade im Winter in Ladakh die Zeit der Feste ist. Es waere sicher mal interessant einige Wintermonate hier zu verbringen... Wer ist dabei?
Ich hoffe ihr geniests die Fotos. Die Natur hier oben gefaellt mir so gut, dass es sicher nicht das letzte mal war fuer mich in Ladakh...
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Dienstag, 27. Oktober 2009
Montag, 21. September 2009
Julley!
Nach einer laengeren Pause wieder mal eine Nachricht von mir.
Also wie bereits vorher angekuendigt war ich auf einer 15 taegigen Tour durch Nordindien und summa sumarum es war echt der Wahnsinn. Berge, Berge und nochmals Berge. Soviel Berge, dass es einem zuviel werden koennte...
Ich sitze gerade im Hausboot back in Srinagar und eine nette Kollegin laesst mich auf ihrem Laptop diesen Blog schreiben ;). Bin froh wieder hier zu sein, weil schon wieder neue Traveller eingetroffen sind... und dieses mal sind es neben 2 Finnen + einem Kiwi, man glaubt es kaum, 2 Oessis hier aus Salzburg. Moritz und Hansi (*g*) sind beide erst 19 und machen insgesamt ca. 3 Monate Urlaub in Indien. Respekt.
So zurueck zu meinem Trek. Ich habe einige Fotos gemacht und es war echt schwierig zu entscheiden wann ich ein Foto schiessen soll oder lieber Akku sparen soll. Jetzt im Nachhinein habe ich glaub ich einen guten Ueberblick ueber den Trek mit den Fotos geschafft. Die Bildqualitaet ist leider net immer optimal weil mein Digitaldisplay eingegangen ist und ich jetzt durch das analoge kleine Fenster schauen muss...
Zuerst sind wir mit dem Jeep von Srinagar nach Padum gefahren. Der eigentlich Trek hat in Padum begonnen und endetet in Lamayuru. Es war fuer 7 Tage ca. 5 bis 7 Stunden hartes Wandern angesagt und der hoechste Punkt war auf ca. 5300 Metern. Ich fuehlte mich schon so aehnlich wie Sandra Simon, jeden Tag in der Frueh Zelt abbauen, Pferde packen, Hide & Seek, etc. und am Abend das selbe (meistens ohne Hide & Seek dann). Man gewoehnt sich jedoch dran. Wir hatten 5 Pferde die unsere Sachen wie Zelt, Essen, Rucksack, etc. trugen. Pferde sind echt perfekte Trekker, haette ich nie geglaubt, weil der Trek meistens auf ca. 30 cm breiten Pfaden war und ein Sturz ... naja.
Die Strassen im Norden Indiens sind wirklich unter aller Sau, aber es macht Spass. Die Border Road Organisation, kurz BRO, die verantwortlich fuer die Strassen ist, investiert das Geld eher in Strassenschilder die einem die ganze Fahrt unterhalten wie, „Drink Whisky Drive Risky“, „Drive On Horse Power Not On Rum Power“, „Speed Thrills But Kills“ oder „Life Begins At 40 Your Speed Should End Her“ oder „Its Not A Ralley Enjoy The Valley“. Waere eine gute Idee fuer die Asfinag hier bei uns :).
Man muss auch sagen, dass auf den Strassen viel indisches Militaer unterwegs ist, weil es vor 10 Jahren Schiessereien zwischen Indien und Pakistan gegeben hat. Warum? Siehe Kaschmirkonflikt. Keine Angst, derzeit ist es sicher wie nie.
Der Trek gab mir die Moeglichkeit einen kleinen Einblick in das Leben von den Einheimischen in Ladakh zu schaffen: Sie sind durchwegs Buddhisten und gibt immer ein Kloster, Gompa genannt, in den groesseren Ortschaften die wir durchwandert haben. Wir waren einmal beim Morgengebet dabei (= sehr frueh aufstehen!!!) und es war recht nett zu den tiefen Maennerchoeren zu horchen und Buttertee mit Sampa zu trinken. Buttertee klingt gut ist aber ziemlich grauslich. Sampa ist eine Art Mehl die man zum Tee hinzugibt und es entwickelt sich dann ein Art Klumpen der net wirklich besser schmeckt. Fuer die Buddhisten hier in Ladakh ist das das Fruehstueck. Buttertee gibt einem genug Energie um in den Bergen mit moeglichst wenig Nahrung gesund & fit zu bleiben.
Buddhisten sind sehr freundlich. Man hat sogar die Moeglichkeit meistens gratis in den Gompas zu schlafen. Man darf sich aber nicht viel Komfort erwarten.
Indien hat nicht umsonst ueber eine Milliarde Einwohner. Auf jedem Fleckchen Erde leben Menschen, sei es noch so abgelegen. Ueberall sieht man vereinzelt Huetten die nur ueber kleine Wege erreichbar sind. Ich habe versucht zu erfahren wie die Leute vor allem im Winter ueberleben koennen. Als Antwort stets, kein Problem - wir arbeiten hart im Sommer um das Futter fuer die Tiere (=Heu) und Heizmaterial (=Kot) zu besorgen und lassen es uns im Winter gut gehen :).
Apropos Haeuser. Die Haueser in Ladakh folgen folgendem Schema: Man betritt das Haus und nein man findet sich in keinem Vorraum sondern - ja genau - im Stall. Das Erdgeschoss ist den Tieren gewidment, um in den Wohnbereich zu gelangen muss man in den ersten Stock. Die Haeuser bestehen meistens aus Kueche + Wohnzimmer in einem Raum und einem weiteren Schlafraum. Klo, oder besser gesagt Loch im Boden ist stets im Freien. Geschlafen wird meistens aber in der Kueche, weil es dort am waermsten ist. TV ist Luxus.
Die Raume sind ziemlich niedrig, und die Decke besteht aus Holzpfosten mit Holzaesten ausgelegt. Das Mauerwerk besteht aus Steinen und ein wenig Zement. Die Boeden sind alle mit Teppichen ausgelegt und schaffen ein angenehmes Gefuehl.
Ich hatte das Glueck eine Nacht in so einem Haus bei einer muslimischen Familie zu verbringen. Wir wurden behandelt wie Koenige, wir bekamen gutes Abendessen und Fruehstueck, den besten Schlafplatz und das alles ohne eine einzelene Rupie zu bezahlen.
Hier in Indien gibt es Menschen, Menschen und nochmals Menschen. Ich habe es gestern bemerkt, weil fuer die Moslems ein Feiertag war. Tausende Menschen auf den Strassen und es geht um wie nur was. Das ist sehr ungewoehnlich. Ich bin froh dass es hier im Hausboot sehr ruhig ist und es ist eine Art Rueckzug zu unserer Welt. Ich haette es mir leichter vorgestellt, aber als Europaer drehst du durch wenn du versuchst den selben Lifestyle zu leben. Ich denke das braucht Zeit und Geduld.
Ich werde versuchen den einen oder anderen Kommentar auf dem Webalbum zu den jeweiligen Fotos zu geben.
Morgen startet ein weiterer 5 taegigen Trek, diesmal aber was ganz anderes. Was genau erfahrt ihr schon noch...
PS: Julley bedeutet Hallo auf ladakhisch.
PPS: Siehe mein Post-Update in "Welcome to Delhi".
Also wie bereits vorher angekuendigt war ich auf einer 15 taegigen Tour durch Nordindien und summa sumarum es war echt der Wahnsinn. Berge, Berge und nochmals Berge. Soviel Berge, dass es einem zuviel werden koennte...
Ich sitze gerade im Hausboot back in Srinagar und eine nette Kollegin laesst mich auf ihrem Laptop diesen Blog schreiben ;). Bin froh wieder hier zu sein, weil schon wieder neue Traveller eingetroffen sind... und dieses mal sind es neben 2 Finnen + einem Kiwi, man glaubt es kaum, 2 Oessis hier aus Salzburg. Moritz und Hansi (*g*) sind beide erst 19 und machen insgesamt ca. 3 Monate Urlaub in Indien. Respekt.
So zurueck zu meinem Trek. Ich habe einige Fotos gemacht und es war echt schwierig zu entscheiden wann ich ein Foto schiessen soll oder lieber Akku sparen soll. Jetzt im Nachhinein habe ich glaub ich einen guten Ueberblick ueber den Trek mit den Fotos geschafft. Die Bildqualitaet ist leider net immer optimal weil mein Digitaldisplay eingegangen ist und ich jetzt durch das analoge kleine Fenster schauen muss...
Zuerst sind wir mit dem Jeep von Srinagar nach Padum gefahren. Der eigentlich Trek hat in Padum begonnen und endetet in Lamayuru. Es war fuer 7 Tage ca. 5 bis 7 Stunden hartes Wandern angesagt und der hoechste Punkt war auf ca. 5300 Metern. Ich fuehlte mich schon so aehnlich wie Sandra Simon, jeden Tag in der Frueh Zelt abbauen, Pferde packen, Hide & Seek, etc. und am Abend das selbe (meistens ohne Hide & Seek dann). Man gewoehnt sich jedoch dran. Wir hatten 5 Pferde die unsere Sachen wie Zelt, Essen, Rucksack, etc. trugen. Pferde sind echt perfekte Trekker, haette ich nie geglaubt, weil der Trek meistens auf ca. 30 cm breiten Pfaden war und ein Sturz ... naja.
Die Strassen im Norden Indiens sind wirklich unter aller Sau, aber es macht Spass. Die Border Road Organisation, kurz BRO, die verantwortlich fuer die Strassen ist, investiert das Geld eher in Strassenschilder die einem die ganze Fahrt unterhalten wie, „Drink Whisky Drive Risky“, „Drive On Horse Power Not On Rum Power“, „Speed Thrills But Kills“ oder „Life Begins At 40 Your Speed Should End Her“ oder „Its Not A Ralley Enjoy The Valley“. Waere eine gute Idee fuer die Asfinag hier bei uns :).
Man muss auch sagen, dass auf den Strassen viel indisches Militaer unterwegs ist, weil es vor 10 Jahren Schiessereien zwischen Indien und Pakistan gegeben hat. Warum? Siehe Kaschmirkonflikt. Keine Angst, derzeit ist es sicher wie nie.
Der Trek gab mir die Moeglichkeit einen kleinen Einblick in das Leben von den Einheimischen in Ladakh zu schaffen: Sie sind durchwegs Buddhisten und gibt immer ein Kloster, Gompa genannt, in den groesseren Ortschaften die wir durchwandert haben. Wir waren einmal beim Morgengebet dabei (= sehr frueh aufstehen!!!) und es war recht nett zu den tiefen Maennerchoeren zu horchen und Buttertee mit Sampa zu trinken. Buttertee klingt gut ist aber ziemlich grauslich. Sampa ist eine Art Mehl die man zum Tee hinzugibt und es entwickelt sich dann ein Art Klumpen der net wirklich besser schmeckt. Fuer die Buddhisten hier in Ladakh ist das das Fruehstueck. Buttertee gibt einem genug Energie um in den Bergen mit moeglichst wenig Nahrung gesund & fit zu bleiben.
Buddhisten sind sehr freundlich. Man hat sogar die Moeglichkeit meistens gratis in den Gompas zu schlafen. Man darf sich aber nicht viel Komfort erwarten.
Indien hat nicht umsonst ueber eine Milliarde Einwohner. Auf jedem Fleckchen Erde leben Menschen, sei es noch so abgelegen. Ueberall sieht man vereinzelt Huetten die nur ueber kleine Wege erreichbar sind. Ich habe versucht zu erfahren wie die Leute vor allem im Winter ueberleben koennen. Als Antwort stets, kein Problem - wir arbeiten hart im Sommer um das Futter fuer die Tiere (=Heu) und Heizmaterial (=Kot) zu besorgen und lassen es uns im Winter gut gehen :).
Apropos Haeuser. Die Haueser in Ladakh folgen folgendem Schema: Man betritt das Haus und nein man findet sich in keinem Vorraum sondern - ja genau - im Stall. Das Erdgeschoss ist den Tieren gewidment, um in den Wohnbereich zu gelangen muss man in den ersten Stock. Die Haeuser bestehen meistens aus Kueche + Wohnzimmer in einem Raum und einem weiteren Schlafraum. Klo, oder besser gesagt Loch im Boden ist stets im Freien. Geschlafen wird meistens aber in der Kueche, weil es dort am waermsten ist. TV ist Luxus.
Die Raume sind ziemlich niedrig, und die Decke besteht aus Holzpfosten mit Holzaesten ausgelegt. Das Mauerwerk besteht aus Steinen und ein wenig Zement. Die Boeden sind alle mit Teppichen ausgelegt und schaffen ein angenehmes Gefuehl.
Ich hatte das Glueck eine Nacht in so einem Haus bei einer muslimischen Familie zu verbringen. Wir wurden behandelt wie Koenige, wir bekamen gutes Abendessen und Fruehstueck, den besten Schlafplatz und das alles ohne eine einzelene Rupie zu bezahlen.
Hier in Indien gibt es Menschen, Menschen und nochmals Menschen. Ich habe es gestern bemerkt, weil fuer die Moslems ein Feiertag war. Tausende Menschen auf den Strassen und es geht um wie nur was. Das ist sehr ungewoehnlich. Ich bin froh dass es hier im Hausboot sehr ruhig ist und es ist eine Art Rueckzug zu unserer Welt. Ich haette es mir leichter vorgestellt, aber als Europaer drehst du durch wenn du versuchst den selben Lifestyle zu leben. Ich denke das braucht Zeit und Geduld.
Ich werde versuchen den einen oder anderen Kommentar auf dem Webalbum zu den jeweiligen Fotos zu geben.
Morgen startet ein weiterer 5 taegigen Trek, diesmal aber was ganz anderes. Was genau erfahrt ihr schon noch...
PS: Julley bedeutet Hallo auf ladakhisch.
PPS: Siehe mein Post-Update in "Welcome to Delhi".
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